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In der Ruhe liegt der Geschmack

Der Goldzopf und die Landparisette der Bäckerei Mohn bereichern das «Aus der Region»-Sortiment der Migros Ostschweiz. Zu Besuch beim Traditionsbetrieb in Sulgen, wo Mensch, Zeit und Region harmonieren.

Bäckerei Mohn

Der Mensch steht im Zentrum: ein Satz, den sich viele Unternehmen auf die Fahne schreiben. Bei der Bäckerei Mohn wird er gelebt. Geschäftsführer Roger Mohn stellt beim Rundgang durch den Betrieb in Sulgen alle Mitarbeitenden vor und führt an Rutschbahn und Tschüttelikasten vorbei. «Es ist mir ein grosses Anliegen, dass sich die Mitarbeitenden hier wohlfühlen. Wir verbringen mehr Zeit miteinander als mit der eigenen Familie – darum müssen wir dafür ein gutes Fundament legen», sagt der 50-Jährige. Es dürfte kaum Zufall sein, dass das Interview im Pausenraum, inmitten fröhlich plaudernder Mitarbeitender, stattfindet. «Ich geniesse das, wenn in einem Raum eine so tolle Stimmung herrscht.»
Dazu passt auch, dass im Arbeitsprozess möglichst alle schweren Arbeiten durch eine Maschine unterstützt werden. «Damit wollen wir die körperliche Belastung verringern, und unsere Mitarbeitenden können ihren Beruf lange mit Freude ausüben», erklärt Roger Mohn. 

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Länger frisch mit «Hebeln»

Vielleicht ist das menschliche Miteinander ein Grund, weshalb Mohns Produkte so gut schmecken. Jedenfalls spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. Die Teige lässt man lange ruhen; vom Mixen der Zutaten bis zum Backen im Steinofen dauerts fast 24 Stunden. «Mein Vater hat immer gesagt: Dem Teig muss man Zeit geben; es sind die Bäcker, die schnell sein müssen», schmunzelt der Geschäftsführer, der den knapp 130-jährigen Betrieb in vierter Generation führt.

Übrigens mischt man dem Teig immer einen Teil bei, der noch länger gereift ist. Das «Hebeln» sorgt für eine Extraportion Geschmack und Feuchtigkeit – und somit für ein Brot, das viel länger frisch bleibt: «ohne Zusatzstoffe; wir lassen einfach die natürlichen Prozesse laufen», sagt Mohn. Zudem erhöht eine schonende Pasteurisierung nach dem ersten Backprozess die Haltbarkeit der Produkte auf gut zwei Wochen – auch dies ohne Konservierungsmittel. Nicht weniger wichtig sind die Rohstoffe, wenn möglich bezieht sie die Bäckerei aus der Region. Milch aus Berg, Butter aus Rorschach, Mehl aus Flums. Eier liefert die Nachbarin von Produktionsleiter Urs Zuberbühler. «Wenn Produzenten so nahe sind und man sie kennt, entsteht Vertrauen», meint der stellvertretende Geschäftsführer, der seit 17 Jahren für das Unternehmen tätig ist. «Somit passen unsere Produkte wunderbar zum «Aus der Region.»-Label. Ihren vollen Geschmack, Butternoten beim Goldzopf, Röstnoten beim Landparisette, entfalten die Brote übrigens, wenn sie gleich vor dem Genuss aufgebacken werden und vor dem Anschneiden 30 Minuten lang auskühlen.

Die Grösse vereinheitlichen

Bloss die Grösse der Brote, die täglich frisch in alle mittleren und grossen Migros-Filialen geliefert werden, passt manchmal noch nicht. «Wir sind uns nicht gewohnt, dass Brote exakt in Kisten passen müssen. Jeder Bäcker und jede Bäckerin hat eine eigene Handschrift. Darum müssen wir beim Formen ein besonderes Auge auf die Grösse haben und die verschiedenen Handschriften für die Migros nun noch ein bisschen vereinheitlichen», so Zuberbühler augenzwinkernd.